Anlageklassen

Unter Anlageklassen versteht man Gruppen von Anlagen ähnlicher Natur, über die es das Vermögen aufzuteilen gilt (siehe Vermögensaufteilung). Die wichtigsten Anlageklassen sind Aktien, Obligationen, Cash, Immobilien und Rohstoffe. Zuweilen werden auch so genannt Alternativen Anlagen wie Hedge Funds oder Private Equity erwähnt. Sehr oft investieren diese Vehikel jedoch auch in Aktien, Obligationen usw. und stellen deshalb keine eigene Anlageklasse im eigentlichen Sinn dar. Unter Derivaten versteht man Ableitungen oder Wetten auf die obigen Anlageklassen.

Aktien sind auf lange Sicht die profitabelste Anlageklasse und deshalb für den langfristigen Vermögensaufbau am besten geeignet.

Weiterführende Informationen

Die Aktienrenditen unterliegen auf kurze Sicht grossen Schwankungen. Selbst über ein Jahrzehnt oder sogar zwei kann es vorkommen, dass ein Anleger mit Aktien schlechter abschneidet als mit Obligationen. Trotzdem sind Aktien auf lange Sicht unbestritten das beste Instrument für den Vermögensaufbau, weil sie die höchsten Renditen liefern.

In der Schweiz lag gemäss der Studie „Triumph of the Optimists“ im 20. Jahrhundert die durchschnittliche jährliche Rendite von Aktien 2.5 Prozentpunkte über derjenigen von Obligationen. In anderen Märkten wie den USA oder Deutschland trat die Überlegenheit von Aktien mit einem Vorsprung von durchschnittlich 5.3 bzw. 6.9 Prozentpunkten im Jahr sogar noch deutlicher zu Tage. Dank des Zinseszinseffekts wirken sich solche vermeintlich kleinen Renditevorsprünge auf Sicht von Jahrzehnten dramatisch aus.

Der Grund für die langfristige Überlegenheit von Aktien gegenüber anderen Anlagen wie etwa Obligationen zeigt sich aus einer einfachen Überlegung: Möchten Sie einem hoffnungsvollen Unternehmen lieber einen Kredit geben oder sich an seinem zukünftigem Erfolg beteiligen? Im ersten Fall ist Ihre Rendite auf den vereinbarten Zinssatz begrenzt und im Fall einer Pleite droht der Totalverlust des gewährten Kredits durch Zahlungsausfall. Im zweiten Fall droht bei einem Konkurs des Unternehmens zwar auch der Totalverlust. Das Gewinnpotenzial nach oben ist aber so unbegrenzt wie der Erfolg eines Unternehmens. Der Aktionär hat direkt am generellen Wirtschaftswachstum und allen Innovationen teil, während der Obligationär im besten Fall seinen vereinbarten Zins bekommt. Der Preis für diese langfristige Erfolgsbeteiligung sind kurzfristig grössere Schwankungen auf Grund des wechselhaften unternehmerischen Schicksals.

Noch ein weiterer Faktor spricht auf lange Sicht für Aktien: Die Inflation. Seit zu Beginn des 20. Jahrhunderts überall Zentralbanken geschaffen wurden, welche mit staatlichem Segen neues Geld drucken können, ist der stetige Verfall der Kaufkraft einer bestimmten Geldeinheit eine Tatsache geworden, man spricht dabei von Teuerung oder Inflation.

Aktien als Beteiligungen an einem Unternehmen widerstehen der Inflation im Allgemeinen besser als Obligationen. Denn die Gewinne und der Wert eines Unternehmens halten über kurz oder lang mit der Teuerung mit. Bei Obligationen wurde dagegen ein fixer Zins und Rückzahlungsbetrag vereinbart, so dass bei starker Teuerung ein massiver Kaufkraftverlust des investierten Geldes resultieren kann.

Rohstoffe wie Gold weisen auf ganz lange Sicht tiefere durchschnittliche Erträge als Aktien aus. Auf Sicht von ein paar Jahren können sie jedoch gerade in Zeiten mit hoher Inflation besser abschneiden als alle Anlageklassen.

Die Renditen von Immobilien sind in etwa vergleichbar zu denjenigen von Obligationen. In einem inflationären Umfeld sind jedoch Immobilien als Sachwerte den Obligationen vorzuziehen.

Wenn die Gefahr steigender Inflationsraten besteht, lässt sich deshalb die Aufnahme von Rohstoffen und Immobilien ins Depot für ein paar Jahre durchaus vertreten. Da der Anlagehorizont beim Aktiensparen nach dem Konzept dieser Seite aber mehrere Jahrzehnte umfasst, bleiben Aktien das Instrument erster Wahl, da sie sowohl hohe Renditen wie auch Inflationsschutz liefern.

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